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Mit bispezifischem Antikörper gegen Prostatakrebs

ZPM Onkologie

 

Ein Forschungsteam der ZPM hat einen Antikörper gegen Prostatakrebs entwickelt. Um Nebenwirkungen zu vermeiden will das Team herausfinden, für welche Betroffenen er geeignet ist.

Prostatakrebs ist der zweithäufigste Krebs bei Männern weltweit. Wenn sich Krebszellen aus dem ursprünglichen Tumor lösen und Metastasen in anderen Geweben bilden, gibt es aktuell keine Heilung für den Patienten. Forschende der Medizinischen Fakultät Tübingen und des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) haben nun gemeinsam einen neuen Antikörper entwickelt, der zu einer langfristigen Verbesserung der Erkrankung beitragen soll.

Bei CC-1 handelt es sich um einen sogenannten bispezifischen Antikörper. Das Besondere an dieser Art von Antikörpern ist, dass sie gezielt zwei verschiedene Zielstrukturen erkennen und an diese binden können. CC-1 bindet einerseits an die Prostatakrebszellen selbst und anderseits auch an T Zellen, die nach der Aktivierung durch CC-1 eine Immunantwort gegen die Krebszellen auslösen sollen. Erste Untersuchungen deuten an, dass die CC-1 Antikörper sicher sind und eine gute Wirksamkeit zeigen.

Es gibt jedoch Hinweise, dass individuelle Unterschiede zwischen den Patienten einen Einfluss darauf haben, wie gut die T Zellen aktiviert werden können. Die Aktivierung der T Zellen beeinflusst die Stärke der Nebenwirkungen und auch den Behandlungserfolg.

Das Ziel des Projektes ist es die bereits entwickelten CC-1 Antikörper zu verbessern und besser vorhersagen zu können, bei welchen Patienten, die Nebenwirkungen gering und die Aussichten auf Verbesserung der Erkrankung hoch sind.

Um Biomarker zu finden, die Nebenwirkungen vorhersagen könnten, benutzen die Forschenden moderne Analysen, wie die Sequenzierung einzelner Zellen (Single cell sequencing) und die Multiparameter-Durchflusszytometrie. Darüber hinaus untersuchen die Forschenden welche Kombinationen von CC-1 mit anderen modernen Medikamenten wie Checkpoint-Inhibitoren oder Peptid-Impfstoffen den Behandlungserfolg verbessern könnten und durch eine Aktivierung des immunologischen Langzeitgedächtnisses spätere Rückfälle verhindern könnten.

Studienteilnehmer gesucht

Für die nächste Phase der Antikörperstudie sucht das Studienteam noch interessierte Patienten. Teilnehmen können erwachsene Patienten mit einem Prostatakarzinom, das auf eine hormonablative Therapie nicht mehr anspricht (kastrationsresistentes Prostatakarzinom), und die bereits drei vorhergehende Therapien erhalten haben. Die Kriterien zur Studienteilnahme werden vor Beginn der Antikörpertherapie überprüft.

Interessierte Patienten sowie Ärztinnen und Ärzte können sich per E-Mail melden: 

kketi@med.uni-tuebingen.de 

Mehr Informationen zur Studie: www.medizin.uni-tuebingen.de/immuntherapiestudie-prostatakarzinom 

Mehr Informationen zu den Ergebnissen der Phase I: https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/immuntherapiestudie-prostatakarzinom

 

Leitung: Dr. Juliane Walz, Universitätsklinikum Tübingen

Partner: ZPM-Tübingen, ZPM-Freiburg, ZPM Heidelberg

Laufzeit: Juni 2021 – März 2023

Förderung im Rahmen des Förderprojektes "ZPM-Zukunftskonzept" durch das Ministerium für Soziales und Integration, Baden-Württemberg.

Titelbild: @ Design Cells / Adobe Stock (Ausschnitt)

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